Allgemeine Informationen

Als Brücken gelten alle Überführungen eines Verkehrsweges über einen anderen Verkehrsweg, über ein Gewässer oder über tiefer liegendes Gelände, wenn ihre lichte Weite zwischen den Widerlagern 2,00 Meter oder mehr beträgt.

Definition nach DIN 1076 aus Verkehrsblatt-Dokument Nr. B 5276 Vers. 07/97


Brücken sind nützlich, faszinierend und nicht selten eine architektonische Meisterleistung. Suchte man nach einer nüchternen Definition, was eine Brücke ist, so ließe sich anführen, dass die Brücke ein Bauwerk darstellt, welches zum Überwinden von Hindernissen unterschiedlichster Art benötigt wird. Eine Brücke ist natürlich noch viel mehr als das! Selbstverständlich steht zunächst der praktische Aspekt im Vordergrund. Eine Brücke wird immer dort gebraucht, wo unwegsames Gelände wie etwa Flüsse, Seen oder bergige Landschaften den Transport von Menschen oder Gütern einschränken. Deshalb gibt es Autobahnbrücken, Brücken für den Zugverkehr und sogar Wasserstraßen beziehungsweise Kanalbrücken (auch Trogbrücken genannt), die Boote und Schiffe von einem Ort zum anderen befördern.

Schon sehr früh versuchten Menschen Flüsse und kleinere Täler mit Hilfe von Brücken zu überwinden. Die ältesten uns bekannten Brücken wurden hauptsächlich aus Holz und ganz selten aus Stein gefertigt. Im 6. Jahrhundert vor Christus nutzten die Babylonier Zedernholz oder sammelten Zypressen für den Brückenbau. Zeitlich noch ein Stück früher erkannten die Ureinwohner Neuguineas, dass der reichlich vorhandene Bambus einen optimalen Baustoff darstellt. Die Klapperbrücke Tarr Steps in der englischen Grafschaft Devon gilt als eine der ältesten Steinbrücken überhaupt. Mit einer Länge von 55 Metern und 17 massiven Sandstein-Platten führt sie über das Flusstal des Barde, der sich mitten durch eine felsige und stark bewaldete Moorlandschaft schlängelt. Über die Errichtung der Tarr Steps ranken sich diverse Legenden. Eine der schönsten Erzählungen berichtet von einem Wortgefecht zwischen einem Pastor und dem Teufel. Der Fürst der Unterwelt soll die Brücke gebaut und zum Sonnenbad genutzt haben. Jeder, der versucht, die Brücke zu überqueren, wolle der Teufel in die Finsternis verbannen. Eines Tages erscheint ein Pastor und tritt dem Teufel mutig gegenüber. Dieser überhäuft ihn mit dämonischen Flüchen, die der Geistliche aber alle geschickt abwehrt, in dem er dem Teufel jedes Mal eine passende Antwort gibt. Beeindruckt von der Schlagfertigkeit des Pastors gibt der Teufel die Brücke schließlich frei.

Die ersten bekannten Bogenbrücken entstanden in Griechenland und wurden um 1300 vor Christus von den Mykenern auf der Insel Peloponnes errichtet. Sie sollten die Insel mit dem Festland verbinden. Neben den Griechen beherrschten auch die Römer den Bau von Bogenbrücken aus Naturstein oder Beton. Das Pont du Gard, eine römische Aquäduktbrücke in Südfrankreich, unterstreicht bis heute die eindrucksvollen Bauhandwerksfähigkeiten des antiken Imperiums.

Die Industrialisierung im 18. Jahrhundert brachte den neuen Baustoff Gusseisen hervor. Mit Gusseisen ließen sich fortan die ersten Eisenbrücken konstruieren. Die erste Eisenbrücke der Welt führt über den Fluss Severn bei Coalbrookdale in England. Bei der Namensgebung gab es für die Architekten keine großen Alternativen und so haben Sie die damalige Weltneuheit schlicht und einfach "Ironbridge" getauft.

Dem Gusseisen folgte der Beton als bedeutender Werkstoff für den industriellen Brückenbau. Als Stampfbeton bei Bogenbrücken verwendet, ist Beton ab 1860 wesentlicher Bestandteil vieler moderner Brücken. Später konnten auch Balkenbrücken aus Beton angefertigt werden. Aktuell ist neben Beton auch sehr viel Stahl in neuzeitlichen Brücken zu finden. Die sogenannten Schrägseilbrücken nutzen den zu Seilen verarbeiteten Stahl. Die Seile verlaufen von einem Pylon (Brückepfeiler aus Beton oder Stahl) schräg zur vertikalen Brückenfläche, auf der sich dann die Straße oder die Schiene befindet. Die erste große Schrägseilbrücke Deutschlands steht in Düsseldorf und verbindet den Stadtteil Oberkassel (linksrheinisch) mit Düsseldorf Golzheim (rechtsrheinisch). 1957 eröffnet, hat die Theodor-Heuss-Brücke eine Gesamtlänge von 914 Metern. Ihre Stützweite beträgt 260 Meter.


(c) by Päffgen GmbH bzw. deren Autoren 2010, www.brueckenbau.de

Gewerbliche und private Verwendung dieses Artikels ist ausdrücklich, aber nur dann gestattet, wenn dem Artikel gut sichtbar der vorstehende Copyright-Hinweis mit verfolgbarem Link hinzugefügt wird und wir per Mail an copy@fachportale.de über die Verwendung informiert werden!