Bauelemente
Beim Brückenbau gibt es verschiedene Bauelemente, welche die wesentlichen Bestandteile einer Brücke ausmachen. Allerdings benötigt nicht jede Brücke sämtliche Bauelemente. Hierbei spielt vor allen Dingen die Länge und Funktion der Brücke eine entscheidende Rolle.
Überbau
Dem Überbau zugeordnet sind Hauptträger und Fahrbahnplatte. Die Lasten des Überbaus werden zum Unterbau weitergeleitet.
Unterbau
Die Unterbauten einer Brücke sind hauptsächlich Widerlager und Pfeiler. Aufgabe des Unterbaus ist es, die Lasten des Überbaus in die Gründung abzugeben.
Widerlager
Die Widerlager bilden den Übergang vom Erddamm zum Brückenüberbau und befinden sich somit üblicherweise am Ende einer Brücke. Die Lasten des Überbaus können so auf die Gründung übertragen werden.
Mittelunterstützung
Mittelunterstützungen verkleinern die Stützweite des Überbaus zwischen den Widerlagern. Damit kann eine geringere Bauhöhe realisiert werden. Entsprechend den Stützweiten leiten Mittelunterstützungen Teile der Überbaulasten in den Baugrund. In der Regel werden Mittelunterstützungen als Einzelpfeiler oder Pfeilerscheiben ausgeführt. Handelt es sich um Schrägseil- oder Hängebrücken wird die Mittelunterstützung durch ein Hochhängen der Brückenlasten beansprucht. Dann ist allerdings der Fachausdruck Pylon gebräuchlich.
Gründung
Zumeist sind Fundamentplatten die Gründung für Widerlager und Mittelunterstützungen. Sie nehmen die vom Überbau kommenden Brückenlasten auf. Darüber hinaus gibt es auch Tiefgründungen wie Bohrpfähle oder Rammpfähle.
Lager
Als Lager einer Brücke werden die Kontraktpunkte zwischen Über- und Unterbau bezeichnet. Sie müssen sowohl erforderliche Dreh- und Kippbewegungen als auch diverse Verschiebungen ermöglichen. Zudem sollen sie eine zwängungsarme Übertragung der Auflagerkräfte realisieren.
Stahllager stellen eine Besonderheit dar, denn sie gibt es zum einen als feste Linienkipplager und zum anderen als bewegliche Rollenlager. Die Rollenlager bestehen aus Stahlzylindern, die seitlich gehalten werden und Lagerplatten aufweisen, die ebenfalls aus Stahl sind. So können große Brückenbewegungen ausgeglichen werden.
Außerdem gibt es Elastomerlager. Diese sogenannten Verformungslager übertragen Kräfte durch die Verformung des Elastomers. Ihr Bestandteil ist flexibler und alterungsbeständiger Kunststoff, in den bei bewehrten Lagern Stahlplatten eingearbeitet werden. So kann die Druckfestigkeit und Inkompressibilität erhöht werden. Verformungslager sind in alle Richtungen beweglich und gestatten die Aufnahme horizontaler sowie vertikaler Lasten bei gleichzeitiger Verdrehung um drei Achsen und bei gleichzeitiger Verschiebung in zwei Richtungen. Ein Elastomerlager kann nicht so starke Bewegungen aufnehmen wie ein Rollenlager, ist dafür aber wartungsärmer, denn die Stahlbleche sind weder Luft noch Feuchtigkeit ausgesetzt und somit absolut korrosionsgeschützt.
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